5 Fragen an: Thomas Jarzombek (CDU)

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Thomas Jarzombek, Jahrgang 1973, IT-Berater, seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist Sprecher für Digitale Agenda der CDU/CSU-Fraktion und ordentl. Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Thomas Jarzombek will politisch adäquat auf die Komplexität der „digitalen Transformation“ von Wirtschaft und Gesellschaft reagieren und sie „zu seiner eigenen Agenda machen“. Die wichtigsten Themen sind dabei für den Sprecher für Digitale Agenda der CDU Förderungen von Existenzgründungen im IT-Bereich und der Ausbau der digitalen Infrastruktur.

1. Wann bzw. zu welchem Anlass kamen Sie mit Netzpolitik in Berührung?

Erst war da der C64, sehr viel später kam dann die Politik dazu. Computer faszinieren mich seit meiner Kindheit, sind mein Hobby und mein Beruf. Vor fast 20 Jahren habe ich mich als Systemadministrator selbstständig gemacht und ein kleines IT-Beratungshaus aufgebaut. Währenddessen habe ich mich politisch engagiert – mein zweites Hobby und inzwischen auch mein Beruf. Insofern kann ich nun das praktische mit dem nützlichen verbinden. Oder umgekehrt :-)

2. Welches netzpolitische Thema liegt Ihnen besonders am Herzen, das Sie im #btADA verfolgen wollen?

Der jüngste deutsche DAX-Konzern ist nun 42 Jahre alt. Ich finde es bemerkenswert, dass wir Badewannen aus dem Münsterland in den letzten Winkel von China exportieren, doch unsere Internetplattformen nicht einmal in Holland erfolgreich sind. Daher sind mir Gründer sehr wichtig, hier müssen wir mehr tun! Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um das Gründerklima in unserem Land.

Wichtig ist mir auch die Infrastruktur. Wir brauchen schnelles Breitband überall und sehr schnelles Breitband in den Städten. Dabei müssen unsere Infrastrukturen auch vertrauenswürdig sein – deshalb liegt mir eine Verschlüsselungsinitiative besonders am Herzen.

3. Warum muss Netzpolitik raus aus der Nische?

Die digitale Transformation betrifft alle Bereiche und hat unsere Gesellschaft wie unsere Wirtschaft dramatisch verändert. Dabei stehen wir erst am Anfang. Diese digitale Transformation mit zu gestalten ist eine der wichtigsten Aufgaben und gleichzeitig auch eine der größten Herausforderungen für die Politik.

4. Wer muss noch davon überzeugt werden, dass die Digitale Agenda auf die Große Agenda gehört, dass das Thema also von allgemeiner gesellschaftspolitischer Relevanz ist?

Jeder, der die digitale Transformation nicht zu seiner eigenen Agenda macht.

5. Welche Ergebnisse wünschen Sie sich bis zum Ende der Legislaturperiode? Was sollte der Ausschuss in jedem Fall erreichen?

Jeder Fachausschuss muss die digitale Transformation auf seine eigene Agenda setzen – und zwar ganz oben. Dabei wollen wir die Kollegen ertüchtigen :-) Wenn am Ende jeder Ausschuss ein bis zwei Digitalthemen führend auf seiner Agenda hat, dann haben wir unser erstes Ziel erreicht.

Bild: © Thomas Jarzombek / Tobias Koch

Buch-Cover von Marina Weisband

Florian Schmitt

Florian Schmitt, *1983, studierte Politikwissenschaft, Soziologie, Friedens- und Konfliktforschung in Marburg und war Mitherausgeber des Buches 'Wenn die Stunde es zuläßt...'. Zur Traditionalität und Aktualität kritischer Theorie, das 2012 erschien. Er arbeitete als Online-Redakteur bei Portal Ideengeschichte (www.portalideengeschichte.de) und schreibt Rezensionen. Seit Januar 2014 arbeitet er in der Redaktion von politik-digital.de. Kontakt: fschmitt (at) politik-digital.de

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