5 Fragen an: Tankred Schipanski (CDU)

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Tankred Schipanski, Jahrgang 1976, seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist ordentl. Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.

Für Tankred Schipanski ist Netzpolitik lange kein Nischenthema mehr. Während er den Querschnittscharakter betont, ist er besonders an der Weiterentwicklung des Urheberrechts interessiert. Auch die Bundesregierung hätte die Bedeutung einer Digitalen Agenda erkannt.

1. Wann bzw. zu welchem Anlass kamen Sie mit Netzpolitik in Berührung?

Ich bin gewissermaßen in das Thema hineingewachsen. Im Studium und später auch als Mitarbeiter an der Uni Ilmenau habe ich mich schwerpunktmäßig mit Medienrecht auseinandergesetzt. Als ich dann 2009 in den Bundestag eingezogen bin, war für mich schnell klar, dass ich mich damit gerne weiter beschäftigen würde. Als Mitglied im Unterausschuss Neue Medien und in der Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft habe ich dann die Gelegenheit dazu bekommen, mich mit Netzpolitik in seiner ganzen Breite zu befassen. Ein spannendes Feld – gerade weil es als Querschnittsthema in fast alles Lebensbereiche hinein wirkt.

2. Welches netzpolitische Thema liegt Ihnen besonders am Herzen, das Sie im #btADA verfolgen wollen?

Ich möchte hier kein einzelnes Thema herauslösen. Unser Ansatz ist ja gerade, die verschiedenen Themenbereiche querzudenken und vernetzt zu betrachten. IT-Sicherheit und Datenschutz sind aber sicherlich Themen, die die Menschen aktuell sehr beschäftigen und bei denen es eine Menge zu tun gibt. Als Medienrechtler möchte ich auch die Weiterentwicklung des Urheberrechts im digitalen Zeitalter verfolgen.

3. Warum muss Netzpolitik raus aus der Nische?

Ganz einfach: Weil Netzpolitik längst kein Nischenthema mehr ist. Die Digitalisierung beeinflusst unsere verschiedenen Lebensbereiche stark und es stellt sich die Frage, wie wir als Gesellschaft mit dieser rasanten Entwicklung umgehen wollen. Es ist an der Zeit, der Digitalisierung nicht mehr hinterher zu laufen, sondern ihre Chancen besser zu nutzen.

4. Wer muss noch davon überzeugt werden, dass die Digitale Agenda auf die Große Agenda gehört, dass das Thema also von allgemeiner gesellschaftspolitischer Relevanz ist?

Ich haben den Eindruck, bei den meisten ist mittlerweile angekommen, dass Netzpolitik kein Randphänomen ist, mit dem sich nur ein wenige Fachpolitiker oder Blogger beschäftigen.  Spätestens mit der Einsetzung des Hauptausschusses sind digitale Themen jetzt fest im Bundestag verankert. Und auch die Bundesregierung hat die Bedeutung einer Digitalen Agenda erkannt.

5. Welche Ergebnisse wünschen Sie sich bis zum Ende der Legislaturperiode? Was sollte der Ausschuss in jedem Fall erreichen?

Der Ausschuss sollte die digitale Strategie der Bundesregierung entscheidend mitgeprägt und neue Impulse gesetzt haben. Ziel ist es, die Empfehlungen der Enquete-Kommission weiter zu bearbeiten und unsere Schnittstellenfunktion zwischen den verschiedenen Fachbereichen klug zu gestalten.

Bild: © Tankred Schipanski/Michael Reichel

Buch-Cover von Marina Weisband

Nicolas Krotz

Nicolas Krotz studierte Politikwissenschaften (M.A.). Seit Oktober 2013 ist er Promovend an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und schreibt an seiner Dissertation über die Europäische Union. Kontakt: nkrotz(at)politik-digital.de

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